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Fragen an den Geschäftsführer: Heute Rolf Schilling

Das Format "Fragen an den Unternehmer" hat zum Ziel, Unternehmer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle UNH-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Herrn Rolf Schilling. Er ist Geschäftsführer der promantis GmbH in Kassel/Remlingen.

Herr Schilling, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie, und was bietet das Unternehmen?

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Rolf Schilling, Geschäftsführer der promantis GmbH in Kassel/Remlingen

Die promantis GmbH wurde Ende 2008 gegründet. Wir bieten mit 20 Kollegen Beratungsdienstleistungen rund um die Plattform der Unternehmenssoftware SAP an. Entwicklung von Anpassungen, das auf den Kunden abgestimmte Customizing und Projektmanagement sind unsere Herkunft. Das machen wir im SAP Core System sowie in Branchenlösungen, wie z. B. IS-U  (Industrielösung der SAP) für die Versorgungsindustrie. Weitere 50 externe Mitarbeiter gehören zu unserem Team.

Aktuell beschäftigen uns vermehrt Aufgaben im Umfeld von Data Analytics. Der Einzug der Digitalisierung hat uns zudem veranlasst, unser Angebot hin zur IT-Sicherheit rund um SAP zu erweitern.

Natürlich arbeiten wir auch agil. Ich sehe den Trend zu Agilität und Digitalisierung sehr positiv, bin aber immer wieder überrascht, wie die Herangehensweise an diese Methoden und Techniken im Markt häufig mit überzogenen Erwartungen und Anforderungen einhergehen.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Mein Weg ging von der Softwareentwicklung über den Service-Manager hin zum Key-Accounter. Mir wurde immer Verantwortung übertragen, was ich gerne wahrnahm. Die Entscheidung zur Selbstständigkeit kam aus der Situation, dass ich ein bestimmtes Geschäftsfeld für sehr interessant hielt, mein damaliger Arbeitgeber nicht. Somit lag es nahe, das selbst in die Hand zu nehmen.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Die Vielfalt der Aufgaben eines Geschäftsführers sind aus meiner Sicht einzigartig: Kaufmännische, technische, organisatorische Themen und Führung. Für einen Generalisten wie mich eine tolle Aufgabe. Manchmal wünsche ich mir, eine Aufgabe in Ruhe zu Ende zu bringen. Dann kommt aber schon die nächste, und der Gedanke ist weg.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Ich versuche, mir ausreichend Freizeit zu verschaffen. Das ist nicht leicht. Geht aber. Bewegung ist für mich sehr wichtig. Ich laufe und bin gerne in der Natur unterwegs. Meine Familie ist mir wichtig. Leider leidet sie als erstes unter meiner beruflichen Einbindung.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Es gibt wirklich viel Engagement bei uns, was Nordhessen zu einem immer besseren Standort macht. Der Kunde ist für mich Dreh- und Angelpunkt unserer Leistungen. Wir denken outside in. Vielleicht sollte man versuchen, den Servicegedanken in unseren Unternehmen aus- und umzuprägen. Dieser ist am Ende genauso wichtig wie gute Produkte und der Kitt für lange Geschäftsbeziehungen oder entscheidend für neue Kunden.

Warum sind Sie Mitglied im Unternehmerverband geworden, und was schätzen Sie besonders am UNH?

Ehrlich? Ich fand damals die Rechtsberatung für mich erschwinglich. Nun ist aber viel mehr daraus geworden. Information und der Austausch sind entscheidend. Was für mich in der Region noch nicht geklappt hat ist, Kooperationspartner einzubinden. Unsere Partner sind bundesweit ansässig. Kooperieren ist ein entscheidender Faktor, um zukünftig schnell passgenaue Leistungen und Produkte anbieten zu können. Das ist eine hohe Kunst und wird häufig unterschätzt, da jeder eine gehörige Portion Vertrauensvorschuss liefern muss. Im UNH kann man dieses Vertrauen finden.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Ich glaube, dass hierzu auch einfach eine Veranlagung vorhanden sein muss. Seine eigenen Leistungen anzuerkennen und Fehler umzudeuten muss man können oder es versuchen zu lernen. Man weckt Unternehmergeist am besten dadurch, dass man dem Menschen Verantwortung und Raum für Ideen gibt, Fehler akzeptiert und reflektiert.

Nicht zuletzt muss es häufig auch ein hippes Thema sein….dann klappt es auch als Unternehmer.

Vielen Dank, Herr Schilling!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Unternehmerverband Nordhessen e. V. (UNH)

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