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01.08.2014

Fragen an den Unternehmer: Andreas Grimm

Das Format "Fragen an den Unternehmer" hat zum Ziel, Unternehmer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf acht Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle UNH-Mitglieder teilnehmen. Heute setzen wir die Reihe fort mit dem UNH-Mitglied C. W. Dallwig Nachf. Grimm GmbH in Kassel.

Herr Grimm, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und was bietet das Unternehmen?

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Dipl.-Ing. Andreas Grimm, Geschäftsführer der C. W. Dallwig Nachf. Grimm GmbH, Kassel
Das Unternehmen besteht seit 1798 unter diesem Namen. Seit 1987 leitet meine Familie das Unternehmen.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden?

Das hat sich so entwickelt und war nicht von Beginn an klar. Wir sind ja keine klassische Unternehmerfamilie. Erst sehr spät ging mein Vater gemeinsam mit seinem Bruder in die Selbstständigkeit und erwarb das Unternehmen Dallwig, in dem mein Onkel seit seinem 14. Lebensjahr arbeitete.

Als Schüler schien meine berufliche Zukunft im Bereich Finanzen zu liegen, und ich absolvierte ein Praktikum in einer Bank. Noch während des Abiturs reifte mein Bezug zum neuen Familienunternehmen. Nicht zuletzt, weil mich Onkel und Vater immer wieder mit gewinnbringenden Ferienjobs lockten.

Nach dem Abitur entschied ich mich für ein Bauingenieur-Studium in Kassel und hielt somit weiterhin Kontakt zum Unternehmen. Gegen Ende des Studiums verwurzelte ich mich immer mehr im Unternehmen und konnte kleine Projekte selbstständig abwickeln. Heute würde man es wohl „Duales Studium“ nennen, was wir damals gemacht haben. Somit war es die logische Folge, dass ich nach dem Studium im Unternehmen weiter gearbeitet habe und im Jahr 2000 Mitgesellschafter und Geschäftsführer wurde.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Die Möglichkeit, mit einer Gruppe Menschen etwas zu bewegen, hat mich schon in meinen aktiven Zeiten in einer Handballmannschaft begeistert. Erfolge zu feiern, die noch vor einiger Zeit unerreichbar schienen. Menschen zu fördern und gemeinsam neue Wege und Lösungen finden, auch wenn sie auf den ersten Blick noch so irrwitzig erscheinen. Bei Niederlagen zusammenstehen und Erfolge gemeinsam genießen. Das alles finde ich in unserem Unternehmen wieder.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Genug. Auch wenn in unserer Familie das Unternehmen 24 Stunden Thema ist. Freizeit ist wichtig, um mal auf andere Gedanken zu kommen, sich um die Gesundheit, die Familie oder das Ehrenamt zu kümmern. Dies gilt bei Dallwig nicht nur für den Chef, sondern für alle Mitarbeiter. Die mögliche freie Zeit muss aber vorher geschaffen werden.

Meine Freizeit verbringe ich meist mit meiner Familie, auf den Sportplätzen der Region als Zuschauer oder versuche, mein mieses Golfspiel zu verbessern.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die Region Nordhessen muss attraktiv bleiben - für Investoren, Familien, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das funktioniert nur im Zusammenspiel einer guten Infrastruktur, engagierten Schulen, Unternehmen und Universitäten und wenn es gelingt, kulturelle und sportliche Höchstleistungen in Kassel zu etablieren.

Warum sind Sie Mitglied im UNH geworden?

Durch unsere Arbeiten am „Haus der Arbeitgeberverbände“ habe ich Kontakt zum UNH bekommen. Viele der Mitglieder zählen zu unserem Kundenkreis oder sind mir bekannt. Somit war nicht viel Überzeugungsarbeit von Herrn Kümpel notwendig, mich für eine Mitgliedschaft zu begeistern.

Was schätzen Sie besonders am UNH?

Unsere Mitgliedschaft ist ja noch jung. Ich erhoffe mir viele interessante Denkanstöße durch den Austausch mit anderen Unternehmen aus der Region.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Das ist sehr schwierig. In einer Zeit, in denen den heranwachsenden Jugendlichen sämtliche Wege durch überorganisierte Eltern vorgezeichnet werden, fehlt es vielen an eigener Individualität, Neugier und Mut, um das Abenteuer Unternehmer für sich zu entdecken. Wir sollten mehr Vertrauen in Jugendliche haben und ihnen die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu sammeln. Die Möglichkeiten, die sich heute den Kids bieten, sind grenzenlos.

Vielen Dank, Herr Grimm!

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