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01.03.2019

Kümpel: "Hessischer Wirtschaft entgehen 25 Milliarden Euro Umsatz durch Schwarzarbeit"

Kassel. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Kassel ist im Februar leicht um 183 auf 15.633 gestiegen. Mit 5,5 Prozent liegt sie jedoch noch immer auf einem niedrigen Niveau.

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Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU) in Nordhessen

„Die gute Lage am Arbeitsmarkt sorgt erfreulicherweise auch dafür, dass die Schwarzarbeit immer weiter zurückgeht; in diesem Jahr voraussichtlich auf nur noch rund neun Prozent im Vergleich zum Brutto-Inlandsprodukt. 2003 waren es noch fast 17 Prozent. Dennoch verliert die hessische Wirtschaft immer noch jedes Jahr rund 25 Milliarden Euro Umsatz durch Schwarzarbeit. Um die Schattenwirtschaft weiter zurückzudrängen, muss die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit ausreichend Personal und Mitteln ausgestattet werden. Noch viel dringender sind aber bessere Rahmenbedingungen für legale Beschäftigung. Vor allem zu hohe Steuern und Beiträge sowie die Überregulierung von Beschäftigung verführen zur Schwarzarbeit“, sagt Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU) in Nordhessen. „Flexible Beschäftigungsformen wie die Zeitarbeit und Befristungen haben einen großen Beitrag zu der positiven Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre geleistet. Sie ermöglichen auch Niedrigqualifizierten und Langzeitarbeitslosen einen einfachen Einstieg in legale Beschäftigung. Eine stärkere Regulierung dieser Beschäftigungsformen würde viele Menschen geradezu in die Schwarzarbeit drängen."

Zu hohe Lohnzusatzkosten verteuerten nicht nur legale Arbeitsplätze, sondern vergrößerten auch die Schere zwischen Brutto- und Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. „In kaum einem OECD-Land ist die Belastung mit Steuern und Beiträgen so hoch wie in Deutschland. Dies ist Treibstoff für die Schwarzarbeit. Statt neuer teurer Leistungsversprechen wie den SPD-Vorschlägen für eine Grundrente oder eine verlängerte Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld brauchen wir jetzt endlich strukturelle Reformen in der Sozialversicherung, um die Beiträge dauerhaft unter 40 Prozent halten zu können“, sagte Kümpel.

Fragen An: Achim Schnyder
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