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18.05.2018

"Kassel hat keine schlechte Luft!"

Kassel. „Das hätten wir jetzt also geschafft: Die angeblich schlechte Luft in Kassel soll unter anderem dazu beigetragen haben, dass Kassel in der aktuellen Deutschland-Studie des ZDF nur im Mittelfeld landet. Dabei haben wir in Kassel so viele Grünflächen wie kaum eine andere vergleichbare Stadt in Deutschland“, kritisiert Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) in Nordhessen, die Ergebnisse der Studie. 

Ziemlich vermessen

Kümpel weiter: „Der einzige Grund für die schlechten Luftwerte sind die Messungen der Messstation in der Fünffensterstraße. Inmitten der Häuserschlucht steht der Verkehr mehr, als dass er fließt. Hinzu kommt ein geringer Austausch der Luft. Diese räumliche und verkehrliche Situation stellt jedoch eine Ausnahmesituation dar und darf nicht dazu führen, dass dadurch Rückschlüsse für die gesamte Stadt gezogen werden. Wir haben gemessen: Die Fünffensterstraße hat eine Fläche von 0,01 Quadratkilometern, das Stadtgebiet Kassel eine Gesamtfläche von 107 Quadratkilometern. Der Standort Fünffensterstraße entspricht damit gerade einmal 0,01 Prozent des gesamten Stadtgebietes. Es darf nicht sein, dass die Luft am schlechtmöglichsten Standort repräsentativ für die gesamte Luft in Kassel steht. Vor diesem Hintergrund bekommt die drohende Klage der Europäischen Union gegen die Bundesrepublik schon groteske Züge. Da stellt sich die Frage, ob wir die Mess-Deppen der EU sind.

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Mittlerweile hat sogar das Bundesverkehrsministerium Zweifel an der Ermittlung der Messwerte und will prüfen lassen, ob einige Standorte den europäischen Vorgaben entsprechen. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände unterstützt dieses Vorgehen.“

Der Systemfehler in dem Messverfahren könne für Kassel katastrophale Folgen haben, so Kümpel. „Das schlechte Abschneiden im Ranking ist ein erstes Beispiel dafür. Und Überschriften wie „Schlechte Luft und wenig Sonne“ sind nicht nur unzutreffend. Sie senden darüber hinaus auch Botschaften aus, die potenzielle Fachkräfte für unsere Unternehmen eher abschrecken, als sie anzuziehen.“

Kontakt

Achim Schnyder, Leiter der Pressestelle
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