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12.03.2018

M+E Wettbewerb "MEINE ZUKUNFT": Nordhessen räumt erneut ab - GOLD für horizont group und Continental

Frankfurt: Im Haus der Wirtschaft Hessen in Frankfurt wählte die Jury die Sieger im zehnten Innovationswettbewerb "MEINE ZUKUNFT“ von Hessenmetall. Die Gewinner sind: horizont groupgmbh in Korbach (Kategorie Administration und Personalmanagement), Continental Automotive GmbH in Bebra (Kategorie Einzelne Produkte und Dienstleistungen) und KAMAXGmbH & Co. KG in Homberg/Ohm (Kategorie Produktionsablauf und Logistik).

Ein Drittel der Wettbewerbsteilnehmer entwickelte neue Produkte und Dienstleistungen

Besonders beeindruckt zeigte sich Ulrich Schumacher, Juryvorsitzender und Vorstandsmitglied von HESSENMETALL, davon, dass gut ein Drittel der Wettbewerbsteilnehmer sogar neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt und umgesetzt hatte: „Um ein neues Produkt für das eigene Unternehmen zu entwickeln, muss man schon sehr genau wissen, wo besondere Kompetenzen des Unternehmens gehoben werden können und wo der Bedarf des Kunden liegt. Um das Produkt dann auch zu entwickeln und zu bauen, haben sich diese jungen Auszubildenden teilweise Kenntnisse angeeignet, die deutlich über das hinausgehen, was in der Ausbildung vermittelt wird. Chapeau!“ Die Ausführungen zeigten zudem, wie wichtig in allen Berufen inzwischen Programmierkenntnisse seien. Auch wenn die Auszubildenden und dual Studierenden Ideen für das eigene Unternehmen entwickelt hatten, seien diese grundsätzlich auf alle Unternehmen der Branche übertragbar, stellte Schumacher fest. Kontinuierliche, deutliche Verbesserungen in immer kürzeren Taktzeiten seien für die deutsche Metall- und Elektro-Industrie so wichtig wie nie, um in der sich digitalisierenden Industrie 4.0 international zu behaupten. Diese Erkenntnis sei offenbar schon bei den Auszubildenden angekommen.

Forscherwerkstatt von horizont überzeugte

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Mit seiner Forschungswerkstatt siegte das Team der horizont group gmbh in Korbach, von links: Colin Chotzko, Kübra Gölcük, Sabrina Heidl, Nils Grosche mit Ausbilder Guido Kersting
In der Kategorie „Administration und Personalmanagement“ siegte das Team der horizont group gmbhin Korbach mit Kübra Gölcük, Colin Chotzko, Sabrina Heidl, Nils Grosche und Betreuer Guido Kersting. Um im Wettbewerb für geeigneten Nachwuchs in den technischen Ausbildungsberufen junge Menschen für das eigene Unternehmen zu begeistern, haben die Auszubildenden „Die Forscherwerkstatt“ gegründet. Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen werden eingeladen und von den Auszubildenden im Unternehmen angeleitet, die Gesetzmäßigkeiten der Physik in praktischen Versuchen spielerisch nachzuweisen. Neben konventionellen Forschungsmethoden stehen die weitreichende Entwicklung der Digitalisierung und aktuellste technische Trends im Fokus, um die Affinität zu technischen Berufen zu steigern und Bereiche wie Technik und Multimedia interessant zu präsentieren. Die Einbindung unterschiedlicher Social Media-Kanäle spricht zusätzliche Personengruppen an, die nicht direkt an dem Projekt teilnehmen. Hier überzeugte die Jury nicht nur die innovative Idee, sondern auch das offensichtliche Potential für eine gezielte Weiterentwicklung des Projekts. Auf diese Weise könne das Unternehmen dem Fachkräftemangel erfolgreich entgegentreten. Zudem lobten die Juroren die sehr gute Präsentation des Teams in einem starken Teilnehmerfeld.

Continental Automotive: Sieg für Simulator zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse

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Continental Automotive GmbH in Bebra - Zum Sieg mit »Konstruktion und Bau eines Simulators zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse«. Von links: Thomas Fast, Nick Pankraz, Leon Höfling, Aus-bilder Uwe Horn und Tim Brendel
Sieger in der Kategorie „Einzelne Produkte und Dienstleistungen“ ist das Team der Continental Automotive GmbHin Bebramit „Konstruktion und Bau eines Simulators zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse“. Die Vermeidung von Nebengeräuschen ist eine wichtige Anforderung aus der Automobilindustrie. Deshalb konstruierte, baute und programmierte das Azubi-Team Nick Pankraz, Tim Brendel, Thomas Fast, Leon Höfling um Ausbilder Uwe Horn einen Simulator für Geräuschprüfung – erstmalig mittels des 3D-CAD-Systems und absolvierte einen CAD-Grundkurs (der in der Ausbildung nicht vorgesehen ist). Der komplett selbst entwickelte, virtuelle Prototyp soll künftig verschiedene Ordnungen simulieren und auch bei der Fehlersuche helfen. Die Methode der Fast-Fourier-Transformation (FFT), mit der störende Frequenzen normalerweise ermittelt werden, ist sehr aufwändig und zeitintensiv. Das Projektteam hat die Methode um die Ordnungsanalyse erweitert, um die Berechnung aus Drehzahl und Frequenz einzusparen.
Die Auszubildenden entwickelten darüber hinaus eine elektrische Schaltung, die Schnittstelle zwischen PC und Simulator und erstellten eine Präsentation für ihre Azubikollegen, um ihr Wissen zu teilen, von ihren Erfahrungen aus ihrer interdisziplinären Teamarbeit zu berichten und die Neugier für weitere Projekte zu wecken. Die Jury betonte vor allem, dass den Azubis mit ihrem Projekt eine erstaunliche Transferleistung in die betriebliche Praxis gelungen ist. Mit dem Simulator zur Geräuschprüfung und Ordnungsanalyse erschließt das Team seinem Unternehmen ein vollkommen neues Wachstumsfeld und entwickelte somit eine Innovation mit großem Zukunftspotential. In Kombination mit der perfekten Präsentation überzeugte das die Jury in einer Kategorie mit vielen starken Projekten.

KAMAX: Prüfstand beeindruckte

In der Kategorie „Produktionsablauf und Logistik“ siegte das Team der KAMAX GmbH & Co. KG in Homberg (Ohm): Tobias Gonther und Maximilian Dietrich, mit Ausbilder Jan Frischholz. Zufällig erfuhren die Auszubildenden, dass ein Ingenieur der Forschungsabteilung die Validierung elektrisch isolierender Oberflächen erforschte. Die Jugendlichen wussten aus der Demontage eines Elektromotors, dass stromführende Teile aus Sicherheitsgründen durch zahlreiche Kappen oder Gehäuse abgedeckt sind, die Zeit-, Material-, Gewicht- und Kostenaufwand bedeuten. Die Entwicklung einer dünnen, dauerhaften Beschichtung als Ersatz wäre für KAMAX ein Durchbruch. Da es keine passgenauen Prüfstände zu kaufen gibt, um die elektrisch isolierende Wirkung zu testen, wurden die Tests – kostenpflichtig – durch die Technische Universität Darmstadt durchgeführt. Einen solchen „Prüfstandzur Validierung elektrisch isolierender Oberflächen auf hochfesten Verbindungselementen” wollte das Team speziell für die Verbindungselemente von KAMAX entwickeln. Die Juroren zeigten sich beeindruckt von der herausragenden Innovation, welche die Auszubildenden durch die Konzeption und Herstellung des Prüfstands präsentieren konnten. Besonders der Wert der Erkenntnisse für die Produkte des Unternehmens überzeugte. Damit leisten die Azubis einen wichtigen Beitrag zu der zukünftigen Ausrichtung der Firma KAMAX.

Hintergrund: Impulsgeber für die Industrie

Der Wettbewerb „MEINE ZUKUNFT“ wird jährlich von HESSENMETALL ausgerichtet, um das Innovationspotential und die Kreativität von hessischen Nachwuchskräften zu fördern. 59 Jugendliche, Azubis und dual Studierende aus 16 Mitgliedsunternehmen hatten sich in diesem Jahr beteiligt.

Aus Nordhessen waren am Start: Bombardier Transportation GmbH in Kassel, Continental Automotive GmbH in Bebra, Druck- und Spritzgusswerk Hettich GmbH & Co. KG in Frankenberg, horizont group gmbh in Korbach, PRÄWEMA Antriebstechnik GmbH in Eschwege und die Viessmann Werke GmbH & Co. KG in Allendorf/Eder.

Der Wettbewerb bietet eine Plattform, um die besten Ideen in Hessens größter Industrie dem Fachpublikum zu präsentieren und damit auch kreative Impulse in die Unternehmen zu tragen. Der Wettbewerb soll zudem Anregung und Ansporn sein, vorgestellte Ideen zu übernehmen und neue zu entwickeln. Denn Ideen sind auch in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie die wichtigste Währung der Zukunft.

Fragen bitte an:

Frauke Syring, M.A.
Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen

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