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09.11.2018

3. IT-Forum von HESSENMETALL in Kassel: Facetten der Digitalisierung

Kassel. Mit vier sehr unterschiedlichen Vorträgen fand im Haus der Arbeitgeberverbände in Kassel das 3. IT-Forum des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL statt. Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Nordhessen von HESSENMETALL, eröffnete das IT-Forum „Dynamik der Digitalisierung: Mitmachen, Schritt halten, vorangehen“. Mitglieder und Gäste des Verbandes HESSENMETALL, darunter auch Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert aus Frankfurt, folgten gespannt den Vorträgen, die Anlass zu intensiven Diskussionen boten.

Kümpel: „Dynamik der Digitalisierung fordert Aktivität auf allen Ebenen“

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Bezirksgruppengeschäftsführer Jürgen Kümpel, Rechtsanwalt Dr. Oliver Hornung, Chris Wojzechowski, Matteo Cagnazzo, Hauptgeschäftsführer HESSENMETALL Dirk Pollert, Oliver Bracht und Alexander Pöllmann

Kümpel: „Die Digitalisierung verändert unser Arbeiten und unser Leben. Diese Entwicklung ist von hoher Dynamik geprägt und fordert Aktivität auf allen Ebenen.“ Am Beispiel Cloud-Computing erläuterte er: „Im Jahr 2017 wurden nach Schätzungen von Cisco Systems gut 5.600 Exabyte an Datenvolumen mit der Cloud ausgetauscht. Ein Exabyte (EB) entspricht einer Milliarde Gigabyte. Für das Jahr 2019 erwarten die Experten einen Anstieg auf 9.800 EB und bis 2021 soll das Datenvolumen in der Cloud sogar auf mehr als 14.000 EB steigen. Das sind 140 Billionen Gigabyte.“ Wie sicher sind heute Daten, ob in der Cloud oder anderswo? Welchen Anteil am Risiko hat der „Faktor Mensch“ dabei? Wie schützen sich Unternehmen vor Datenklau? Welche Vorteile ergeben sich durch die intelligente Verknüpfung großer Datenmengen? Und schließlich: Ist die Datenschutz-Grundverordnung ein geeignetes Mittel zum Schutz der Daten? Das waren die großen Fragen des 3. IT-Forums von HESSENMETALL.

Alexander Pöllmann: "Machen ist das neue Wollen, nur cooler!" 

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Alexander Pöllmann, Head of Intranet & Collaboration Services bei der Viessmann IT Service GmbH

Alexander Pöllmann, Head of Intranet & Collaboration Services bei der Viessmann IT Service GmbH, eröffnete als erster Referent das Forum mit seinem Vortrag "Our mission to a future workplace“. Sein Unternehmen hat nach 22 Jahren Lotus Notes durch die G Suite von Google abgelöst und damit sämtliche Daten in die Cloud verlagert. Der Umstieg auf die Cloud gehört zur unternehmensweiten Digitalisierungsstrategie von Viessmann.

Pöllmann dazu: "Ein Arbeitsplatz der Zukunft wird niemals erreicht werden. Es ist ein "ongoing process", mit schneller auf die Mitarbeiter wirkenden Veränderungen. Machen ist das neue Wollen, nur cooler! Eine Kulturveränderung im Unternehmen ist unabdingbar, um die Vorteile einer maximal flexiblen Arbeitsumgebung auszunutzen. Die Cloud hilft uns, den Arbeitsplatz unabhängig von Ort, Zeit oder Endgerät zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus schafft die Cloud Standards für Integrationen und harmonisiert die Prozesse.“

"Wer die Risiken kennt, kann sich schützen."

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Matteo Cagnazzo und Chris Wojzechowski vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen

Matteo Cagnazzo und Chris Wojzechowski vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen demonstrierten live, wo die Risiken bei der Nutzung von Sozialen Medien oder Apps liegen und wie Kriminelle es schaffen, aus zum Beispiel aus einem geposteten Bild bei Instagram die persönlichen Daten des Teilnehmers auszuspähen. Das Resümee der beiden live-Hacker: "Mit der zunehmenden, allumfassenden Vernetzung von Geräten sind nicht nur viele Chancen, sondern auch Risiken verbunden. Wer die Risiken kennt, kann sich entsprechend schützen."

Bracht: "Durch Digitalisierung Erfolgsgeschichte schreiben."

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Oliver Bracht, Data Scientist und Geschäftsführer eoda GmbH

Oliver Bracht, Data Scientist und Geschäftsführer der eoda GmbH demonstrierte an Fallbeispielen, wie auf Basis vorhandener Daten Ereignisse, wie zum Beispiel der Ausfall einer Maschine in einer Produktionsanlage oder das Auswechseln einer Bremsscheibe rechtzeitig vorher angezeigt werden können. Bracht: „Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und ganze Geschäftsmodelle. Als Chief Data Scientist und Mitgründer der eoda GmbH erlebe ich tagtäglich, wie Unternehmen die Herausforderungen, die damit verbunden sind, meistern können, um eine eigene digitale Erfolgsgeschichte zu schreiben.“

Dr. Hornung: "Die Schonfristen sind abgelaufen."

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Rechtsanwalt Dr. Oliver Hornung, Partner der SKW Schwarz Rechtsanwälte aus Frankfurt am Main

Rechtsanwalt Dr. Oliver Hornung, Partner der SKW Schwarz Rechtsanwälte aus Frankfurt am Main referierte über die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen nach dem Inkrafttreten der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. So gebe es erkennbare Unterschiede bei der Prüfpraxis in den einzelnen Ländern. Am Beispiel des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht machte er deutlich, dass die Zahl der Klagen seit Inkrafttreten deutlich gestiegen sei. Als wesentliche Datenschutzverletzungen nannte er Vorgänge, in denen durch unbefugte Dritte personenbezogene Daten zur Verfügung gestellt werden können, Verlust mobiler Datenträger wie USB-Sticks oder mobile Festplatten, aber auch Smartphones und Laptops sowie versehentliches Versenden von E-Mails an falsche Empfänger. Dr. Hornung: „Die Schonfristen sind abgelaufen. Der Datenschutz mit seiner neuen Grundverordnung ist ernst zu nehmen, denn die Aufsichtsbehörden beginnen bereits mit ersten Prüfungen.“

Fragen an

Achim Schnyder, Leiter der Pressestelle

Hintergrund

Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen ist eine von fünf Bezirksgruppen des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL, bei dem über 570 Unternehmen mit rund 135.000 Beschäftigten organisiert sind. Die Bezirksgruppe in Nordhessen hat 147 Mitgliedsunternehmen mit mehr als 24.000 Beschäftigten und vertritt diese in den klassischen Feldern des Arbeits- und Sozialrechtes, ist Tarifpartner und betreibt aktive Bildungs- und Gesellschaftspolitik. Die M+E Industrie in Nordhessen bildet 4.010 Jugendliche aus und schließt jährlich knapp 1.300 neue Ausbildungsverträge ab. Zwölf Branchen sind unter dem Dach der deutschen Metall- und Elektro-Industrie versammelt. Mit 3,9 Millionen Beschäftigten erwirtschaftet die deutsche Metall- und Elektro-Industrie einen Jahresumsatz von einer Billion Euro, bildet mehr als 270.000 Menschen aus und schließt jedes Jahr über 70.000 neue Ausbildungsverträge ab. Die hessische M+E Industrie erwirtschaftet mit 217.000 Beschäftigten und 12.000 Auszubildenden einen Jahresumsatz von 62 Milliarden Euro.

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