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30.10.2018

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Erster Palais-Talk zur Gewaltprävention in Kassel.

Kassel. Hauptakteur des Abends im Kasseler Kongress Palais war Christoph Rickels. Er wurde vor mehr als 10 Jahren von einer Sekunde auf die andere zum Schwerbehinderten. Durch einen Faustschlag ins Gesicht fiel er ungeschützt zu Boden. Monate des Koma, der Ungewissheit und der Rehabilitationsmaßnahme folgten. Seit dem Faustschlag ist Rickels halbseitig spastisch gelähmt. Doch er gab nie auf, er kämpfte sich ins Leben zurück. Mit seinem Unternehmen First togetherness will er sich für Gewaltprävention an Schulen einsetzen. 40/40 nennt er das Projekt, dass er zusammen mit seinem Trainer und Freund Ernesto Plantera in Kassel jüngst startete: Rickels will in 40 Wochen 40 Schulen besuchen, von seinem bewegenden Schicksal erzählen und dadurch Gewalt verhindern. Dazu braucht er Geld, denn die Versicherungen lassen ihn seit mehr als 10 Jahren im Regen stehen.
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Kennen sich schon aus Fernsehrunden: Christoph Rickels und Hubertus Meyer-Burckhardt

Ernesto Plantera, Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens PROTEX Group und Initiator des Palais-Talk, war es gelungen, Hubertus Meyer-Burckhardt, TV-Produzent, Autor und Gastgeber der NDR Talk-Show, als Moderator zu gewinnen. Schirmherrin des Abends war Kassels Dezernentin Anne Janz. Und auch sonst war das Podium hochrangig und bunt besetzt: Leon Micino, Schüler der Baunsbergschule, und Dominik Becker, stellvertretender Schulleiter der Georg-August-Zinn Schule, berichteten von Gewalt auf dem Schulhof. Holger Schach, Geschäftsführer des Regionalmanagements Nordhessen, verspricht sich von der Initiative eine positive Strahlkraft in die gesamte Bundesrepublik.

Kümpel: "Ich muss mich gerne streiten. Streiten ist eine Kultur. Sie kommt ohne Gewalt aus."

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v. links: Christoph Rickels, Hubertus Meyer-Burckhardt, Anne Janz, Dominik Becker, Holger Schach, Jürgen Kümpel, Leon Micino, Thomas Hoppe und Ernesto Plantera

Und Jürgen Kümpel, Geschäftsführer im Haus der Arbeitgeberverbände in Nordhessen betonte „Ich muss mich gerne streiten. Denn als Geschäftsführer eines Arbeitgeberverbandes und Rechtsanwalt ist es meine Aufgabe, Standpunkte zu vertreten und meine Ziele möglichst durchzusetzen. Ich streite für das Recht meines Mandanten - meine Gegenseite tut übrigens das Gleiche. Wir streiten seit jeher in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften, in Arbeitsgerichtsprozessen und sonstigen Verhandlungen und Gesprächen. Das ist eine gelebte Streitkultur und die kommt immer ohne Gewalt aus.“

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Thomas »Stolle«, Träger des Bundesverdienstkreuzes für seine Gewaltpräventionsarbeit in Schulen mit seiner Band Stolkmann & friends

Thomas Hoppe Geschäftsführer des Netzwerkes Einfach Nordhessen begrüßte die Kampagne und sagte Unterstützung zu. Für den musikalischen Part sorgte Thomas „Stolle“, Träger des Bundesverdienstkreuzes für seine Gewaltpräventionsarbeit in Schulen mit seiner Band Stolkmann & friends.

Fragen an

Achim Schnyder, Leiter der Pressestelle
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