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16.11.2017

Kümpel: "Forderung, 'mehr verdienen und weniger arbeiten' ist unverantwortlich, nicht nachvollziehbar und indiskutabel."

Kassel. „Die Forderung der IG Metall nach 6 Prozent mehr Geld und einer 28-Stunden-Woche ist unrealistisch und unverantwortlich. Dadurch würde die Belastbarkeit der Unternehmen weit überschritten", stellt Jürgen Kümpel, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Nordhessen, nach der ersten Verhandlungsrunde der Tarifgemeinschaft M+E Mitte in Mainz fest.

Forderung gefährdet Arbeitsplätze und Leistungsfähigkeit der Unternehmen

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Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU) in Nordhessen
„Weder eine 6-prozentige Entgelterhöhung noch eine Arbeitszeitreduzierung sind unter den aktuellen Wettbewerbsbedingungen machbar. Heute schon wird händeringend nach Fachkräften gesucht. Da kann ein Unternehmen den Ausfall von Mitarbeitern im anzunehmenden Fall nicht verkraften. Der richtige Weg ist vielmehr eine flexible Ausgestaltung der Arbeitszeit. Aber bitte nicht einseitig und pauschal durch den Arbeitnehmer, sondern individuell und in Absprache mit dem Arbeitgeber. Es kann nicht sein, dass die Produktion steht, weil die Beschäftigten ihr Recht auf eine 28-Stunden-Woche einfordern. Damit gefährden sie nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern die Leistungsfähigkeit des Unternehmens insgesamt. Verlagerungen wären die Folge.“

Ein Problem sieht Kümpel auch in der Ungleichbehandlung der Beschäftigten: „Ich stelle mir vor, dass ein Mitarbeiter nach fünfeinhalb Stunden den Kollegen‚ die noch eineinhalb Stunden länger als er arbeiten müssen, einen ‚schönen Feierabend‘ wünscht, annähernd gleich verdient und zusätzlich auch eine prozentuale Entgelterhöhung bekommt. Das sorgt nicht nur für Unmut in der Belegschaft, es gefährdet den Betriebsfrieden. Wir bewerten die aktuelle Forderung der IG Metall deswegen als nicht verhandlungsfähig“, betont Jürgen Kümpel.

Hintergrund

Die „Arbeitsgemeinschaft M+E MITTE” spricht und handelt für die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie Hessens (HESSENMETALL), der Pfalz (PFALZMETALL), Rheinland-Rheinhessens (vem.die arbeitgeber) und des Saarlandes (ME Saar). In diesen drei Bundesländern umfasst die M+E-Industrie rund 1.400 Unternehmen mit 400.000 Beschäftigten.

Der Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen ist eine von fünf Bezirksgruppen des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL und hat 149 Mitgliedsunternehmen mit 23.500 Beschäftigten.

Kontakt

Achim Schnyder
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