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Fragen an den Geschäftsführer: Heute Bernd Schöpe

Unser Interview-Format „Fragen an den Geschäftsführer" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Dipl.-Ing. Bernd Schöpe. Er ist Geschäftsführer unseres Mitgliedunternehmens Reitz Umwelttechnik + Ventilatoren GmbH & Co. KG in Hessisch Lichtenau.

Herr Schöpe, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie, und was bietet das Unternehmen?

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Bernd Schöpe, Geschäftsführer der Reitz Umwelttechnik + Ventilatoren GmbH & Co. KG in Hessisch Lichtenau

Das Unternehmen wurde 1965 gegründet und kam 1999 in die Reitz Gruppe. Wir beschäftigen am Standort Hessisch Lichtenau, Hirschhagen, 70 Mitarbeiter, davon fünf Auszubildende bzw. Umschüler, ca. 45 in der Fertigung und zehn in der Entwicklung bzw. Konstruktion.
Wir bieten unseren Kunden, die größtenteils schon Jahrzehnte von uns bedient werden, Radialventilatoren und Zubehör in robuster Industrieausführung. Außerdem natürlich einen umfangreichen Service, wie Montage, Inbetriebnahme, Wartungen und Reparaturen.

Wie sind Sie zum Geschäftsführer geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Ich habe Maschinenschlosser gelernt, dann über den zweiten Bildungsweg Maschinenbau an der TFH in Berlin studiert. Meinen beruflichen Anfang fand ich in einem kleinen Apparatebauunternehmen direkt an der damals noch vorhandenen Berliner Mauer, an der Bernauer Straße in Berlin.
Dann habe ich meine Zelte in Deutschland abgebrochen und zwei Jahre als Ingenieur in den USA gearbeitet und dort die notwendigen Sprachkenntnisse und Auslandserfahrungen erworben.
Zurück in Deutschland habe ich dann 25 Jahre in Unternehmen gearbeitet, die auf dem Petrochemie- bzw. Kraftwerksmarkt tätig waren. Den MBA erwarb ich nebenberuflich an der Henley Business School in England, was ziemlich anstrengend war, sich aber in jeder Hinsicht gelohnt hat.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Ich kann als Generalist tätig sein. Die Vielfalt empfinde ich als Bereicherung, von Verhandlungen mit Kunden bis zum Gespräch mit dem Werker an der Maschine.

Wie viel Freizeit haben Sie und was machen Sie damit?

Obwohl der zeitliche Einsatz manchmal hoch war und ist, blieb immer Zeit für meine drei Kinder und die Familie. Ich treibe sehr gern Sport und bin in Vereinen aktiv. Zurzeit ist es die allgemeine Fitness und als neue Herausforderung, das Bogenschießen. Neues beinhaltet, nicht nach einer Schwierigkeit oder einem Rückschlag die Flinte ins Korn zu werfen. Man muss am Ball bleiben, kämpfen und aus Misserfolgen lernen, um künftig Erfolg zu haben.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die Stadt Kassel und der Landkreis dürfen ruhig etwas selbstbewusster sein, wir haben einiges zu bieten. Um das volle Potential der Region zu erschließen, müssen die Kommunen meiner Meinung nach die Kompetenz entwickeln, für den Aufbau der Infrastruktur „private-public-partnerships“ auf Augenhöhe einzugehen.
Die Unternehmen in Nordhessen müssen die regionalen Angebote, z. B. von UniKasselTransfer proaktiv nutzen.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Ich schätze die umfassende Betreuung des AGV im Hinblick auf das komplexe, deutsche Arbeitsrecht und das Betriebsverfassungsgesetz. Außerdem nutzen und schätzen wir die Arbeitskreise und die Interessenvertretung.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Zuerst einmal müssen Schulen und Unternehmen Aktivitäten entfalten, Schülern, Auszubildenden, Praktikanten, Werksstudenten etc. nahe zu bringen, wie ein Unternehmen funktioniert. Nur wer seine (berufliche) Welt versteht, kann etwas erfolgreich unternehmen, d. h. Begeisterung für Unternehmertum entwickeln und ist gefeit gegen ideologische Indoktrinierung, von welcher Seite auch immer.
Dies betrifft grundlegende Kenntnisse der Finanzen eines Unternehmens, aber auch Kenntnisse, wie Märkte, also Angebot, Nachfrage und Werbung funktionieren.

Wir Führungskräfte und die Lehrer müssen Vorbilder sein im Hinblick auf Technik, Wissenschaft und Gesellschaft.

Vielen Dank, Herr Schöpe!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen

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