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Fragen an die Geschäftsführer: Heute Dr.-Ing. Frank Mannewitz und Dr.-Ing. Dietmar Freitag

Unser Interview-Format „Fragen an den Geschäftsführer" hat zum Ziel, Geschäftsführer mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Dr.-Ing. Frank Mannewitz und Dr.-Ing. Dietmar Freitag. Sie sind Geschäftsführer unseres Mitgliedunternehmens casim GmbH & Co. KG in Kassel.

Herr Dr. Mannewitz, Herr Dr. Freitag, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie, und was bietet das Unternehmen?

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v.l.: Dipl.-Ing. Dr. Frank Mannewitz und Dipl.-Ing. Dr. Dietmar Freitag, Geschäftsführer der casim GmbH & Co. KG in Kassel

Im Jahre 1995 haben wir die casim GmbH & Co. KG als Spin-off-Unternehmen aus der Universität Kassel heraus gegründet. Der Name casim steht für Casseler Simulationsunternehmen. casim ist seit ihrer Gründung strategischer Partner in den Bereichen Entwicklung, Planung und Qualitätsförderung. In den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau werden entwicklungsnahe Dienstleistungen in Form von: Berechnungen, Simulationen und Beratungen erbracht. Aktuell hat die casim Ingenieurleistungen nahezu 100 festangestellte Mitarbeiter an den drei Firmenstandorten Kassel, Ingolstadt und Graz.

Wie sind Sie zu Geschäftsführern geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Dr. Frank Mannewitz: Als erstes machte ich meine Ausbildung zum Betriebsschlosser, daraufhin entschied ich mich, das Studium Maschinenbau an der Uni Kassel zu belegen (Diplom I). Nach dem abgeschlossenem Studium war ich erst als Betriebsingenieur bei Daimler in Stuttgart tätig, danach als Projektingenieur bei der Firma Wegu in Kassel. Um meine Expertise noch weiter zu untermauern, habe ich dann auch das Diplom II im Fach Maschinenbau an der Uni Kassel absolviert und war dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Leichtbaukonstruktion beschäftigt. Anschließend promovierte ich zum Dr.-Ing. im Themenbereich der prozessfähigen Tolerierung von Bauteilen und Baugruppen im Informationsverbund zwischen CAD und CAQ. Und dann gründete ich gemeinsam mit Herrn Dr. Freitag im Jahr 1995 die casim GmbH & Co. KG.

Dr. Dietmar Freitag: Ich habe meine berufliche Laufbahn mit meinem Studium Maschinenbau an der Universität Paderborn (Diplom II) begonnen und konnte danach als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Leichtbaukonstruktion der Uni Kassel Erfahrungen sammeln. Danach promovierte ich zum Dr. Ing. im Themenbereich rechnerische Bauteiloptimierung nach der Finiten-Elemente-Methode. Und dann kam auch schon die gemeinsame Existenzgründung von casim Ingenieurleistungen.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführer zu sein?

Die Möglichkeit, Ideen und Visionen in die Tat umzusetzen. Dafür Leute zu begeistern, um das strategische Ziel zu erreichen. Geschäftsführung steht für Kreativität, Entfaltung und unternehmerische Freiheit, allerdings unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wie viel Freizeit haben Sie, und was machen Sie damit?

Der berufliche Alltag hält sich zeitlich in Grenzen, so dass für Familie und Freizeit noch ausreichend Freiraum bleibt.

Dr. Frank Mannewitz: Die meiste Freizeit hat, wer eine Arbeit hat, die Spaß macht.

Dr. Dietmar Freitag: Von Anfang an haben wir Mitarbeiter in die Führungs- und Projektverantwortung mit einbezogen, so dass sich die Belastung im beruflichen Alltag zeitlich in Grenzen hält. Dies beruht auf der Erkenntnis und Akzeptanz, dass Mitarbeiter gewisse Aufgaben besser erledigen können als wir selbst. Die Freiräume nutze ich für sportliche Aktivitäten und Reisen.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Kassel hat durch seine zentrale Lage sicherlich mehr zu bieten als das regionale Mekka der Logistikbranche zu sein. Kassel ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Nordhessen. So ist aus Kassel in den letzten Jahrzehnten eine regionale Kultur-, Verwaltungs- und Dienstleistungsmetropole entstanden.

Die einseitige industrielle Prägung der Stadt Kassel gilt es, für Kassel selbst und die Region, wiederzubeleben. Indem sich neben den großen strukturbestimmenden Unternehmen in der Region auch viele kleine und mittelständische Unternehmen gründen bzw. niederlassen. So gilt es, weiterhin verstärkt Start-up-Unternehmen zu fordern und zu fördern. Gründungen sorgen für Fortschritt und Wachstum.

Die Herausforderung, mit der wir im Moment am stärksten zu kämpfen haben, ist der Fachkräftemangel. Unsere Lösung dafür ist die bessere Darstellung der Attraktivität der Region Nordhessen, gekennzeichnet durch eine hohe Lebensqualität bei gleichzeitig relativ mäßigen Lebenshaltungskosten.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Die Gesetzgebung und Rechtsprechung im Arbeitsrecht schützt in erster Linie den Arbeitnehmer. Die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband bringt Sicherheit und Entlastung für uns. Auch Veranstaltungen zum Personalmanagement und den Austausch mit anderen Mitgliedsunternehmen, sowie die regionalen Personalmarketingaktivitäten nutzen wir gut und gerne.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Zunächst steht die berufliche Bildung im Vordergrund. Kreativität wecken, Austausch ermöglichen. Dann gilt es, Talente zu fördern und später an den Unternehmergeist heranzuführen.

Vielen Dank!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen

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