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Fragen an die Geschäftsführerin: Heute Julia Esterer

Unser Interview-Format „Fragen an den Geschäftsführer/die Geschäftsführerin" hat zum Ziel, Geschäftsführer/innen mit ihren Unternehmen vorzustellen. Auf sieben Fragen werden Antworten auf wesentliche Einstellungen und Meinungen gegeben; persönlich, authentisch und unterhaltsam. An der Reihe, die sich im Abstand von zwei Monaten fortsetzt, können alle AGV-Mitglieder teilnehmen. Wir setzen die Serie fort mit Julia Esterer. Sie ist Geschäftsführerin unseres Mitgliedunternehmens Dr.-Ing. Ulrich Esterer GmbH & Co. Fahrzeugaufbauten und Anlagen KG in Helsa.

Frau Esterer, seit wann besteht Ihr Unternehmen, wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie und was bietet das Unternehmen?

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Julia Esterer, Geschäftsführerin der Dr.-Ing. Ulrich Esterer GmbH & Co. Fahrzeugaufbauten und Anlagen KG in Helsa © JONAS RATERMANN
Das Unternehmen wurde 1955 von meinem Großvater gegründet. Esterer ist heute international geprägter Spezialist für Tankwagen für das Flugfeld und für die Straße. Wir beschäftigen ca. 180 Mitarbeiter, die von der Festlegung mit Kunden aus rund 70 Ländern, der Konstruktion/Entwicklung und Fertigung alles am Standort Helsa produzieren.

Wie sind Sie Geschäftsführerin geworden? Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Nach meinem Abitur in Kassel bin ich nach München zum Studium des Internationalen Betriebswirts. Mit Berufsstart bei der BMW Group hatte ich bereits 2 Jahre Auslandsaufenthalte hinter mir. Bei BMW habe ich mich schnell zum Sales und Marketingexperten entwickelt, bis ich nach Stationen in Korea, Thailand und Australien zuletzt aus Singapur heraus die Marketingleitung der BMW Group für Asien hatte. Das war genug Manager-Dasein, ich wollte Unternehmerin werden.

Was schätzen Sie daran, Geschäftsführerin zu sein?

Freiheit, Eigentum, Wettbewerb, Verantwortung. Ich hatte wohl als Schülerin bereits ein starkes Verantwortungsbewusstsein für Andere und für Projekte. Seit ich Unternehmerin bin, hat sich mein Risikobewusstsein nochmals erheblich geschärft. Seit ich Mutter bin, habe ich es geschafft, mit meinem Führungsteam sehr eng und effektiv zusammen zu arbeiten. Es freut mich somit, dass ich täglich lernen darf und Gestaltungsspielraum habe.

Wie viel Freizeit haben Sie, und was machen Sie damit?

Meine Zeit verbringe ich mit Firma oder Familie, frei bin ich dabei immer. Es ist ein täglicher Spagat, beides in Einklang zu bringen, es erfordert gute Organisation und vor allem starke Nerven. Private Zeit bleibt dabei nicht viel, selten sieht man mich mal Sonntagfrüh in der Aue joggen. Wenn wir mit der Familie reisen, dann gerne mit den zwei Jungs (3 und 5) in die Berge.

Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für unsere Region und haben Sie Lösungsansätze?

Die Herausforderungen sind bekannt: Fortschritt durch Digitalisierung und Fachkräftemangel sind für uns die vorherrschenden Themen. Deutschland hat eine Riesenchance, die Digitalisierung im B2B Bereich zu beherrschen. Es fehlt an jeder Menge Voraussetzungen, technischer und fachlicher Art. Lösungsansätze gibt es genügend, aber nicht genügend Druck seitens der Politik. Somit sind die Unternehmen ziemlich auf sich gestellt.

Bezüglich Fachkräftemangel sind wir um Kooperationen, bessere Kommunikation und eigene Weiterbildung bemüht. Wir haben einige Vorzüge vor Großkonzernen und Ballungsgebieten, dies gilt es hervorzuheben.

Warum sind Sie Mitglied im Arbeitgeberverband geworden, und was schätzen Sie besonders am AGV?

Wir sind Mitglied, um gehört zu werden. Um das Rückgrat der Wirtschaft, die Familienunternehmer, zu repräsentieren. Um unsere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft mitgestalten zu können. Dies ist nicht einfach in dem derzeitigen Umfeld, wo die Strukturen verfestigt sind und die Großen überwiegend Einfluss haben.

Wir nutzen besonders das sehr gute Angebot der Fachveranstaltungen. Mit dem Arbeitgeberverband haben wir einen guten Partner, sind immer auf dem neuesten Stand zu Themen, die wir nicht immer im Auge haben. Und in Rechtsfragen ist der AGV toll aufgestellt, wir werden schnell und kompetent unterstützt.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach den Unternehmergeist bei Jugendlichen wecken?

Unternehmergeist bedeutet neugierig zu sein, Mut zu haben und Leidenschaft zu entwickeln. Es gibt bereits ganz viele tolle Initiativen, STARTUP TEENS fängt bereits im Schulalter an, Jugendliche zu motivieren, Unternehmertum zu wagen. Unsere Kasseler Universität ist ebenfalls ein gutes Beispiel für Förderung von Unternehmergeist. Ich denke der Austausch zu der Wirtschaft ist ein weiterer wichtiger Baustein.

Und wenn nicht, brauchen wir mindestens genauso viele Jugendliche, die leidenschaftlich ihren Beruf ausführen, ohne Unternehmer zu werden.

Vielen Dank, Frau Esterer!

Das Interview führte Frauke Syring, M.A.
Arbeitgeberverband HESSENMETALL Nordhessen

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